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Blog: Aktionsvorbereitung beginnt

von Jan Stehn

Gestern Abend: Holger Isabel, von der Rechtshilfe, gibt uns eine erste lebendige Einführung in Rechtsfragen zur Gewaltfreien Aktion: Durch Wald und über Wiesen zu wandern wird zur Ordungswidrigkeit, wenn wir die weißen Schilder „Militägelände – Betreten verboten“ ignorieren, die die Grenze des Truppenübungsplatzes markieren, der übrigens die größte zusammenhängende Heidefläche Mitteleuropas beherbergt. Sollten wir irgendwann beim weiteren Weg durch das Militärgelände auf einen Zaun stoßen, und diesen wie auch immer übersteigen – dann begehen wir „Hausfriedensbruch“ (ich frage mich, warum in Deutschland Frieden dort beginnt, wo Zäune Grenzen ziehen) und damit eine Straftat. Einen Polizisten, der uns in den Weg stellt, zu umgehen ist erlaubt. Wenn wir ihn anrempeln, könnte das als „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ gewertet werden. Und freundlich auf die Schulter klopfen sollten wir die Ordnungshüter lieber nicht, ein schlecht gelaunter Beamter könnte das
missverstehen …

Fast 40 Leute sitzen im Kreis und sind interessiert an der „Gewaltfreien Aktion GÜZ abschaffen“. Einer fragt, ob nicht der Name „Gewaltfreie Aktion“ zu dem Missverständnis führen könnte, dass andere TeilnehmerInnen des War-Starts-Here-Camp „nicht gewaltfrei“ seien. Ja es ist spannend, dass hier im Camp Menschen mit unterschiedlichen politischen Motivationen und Bezügen zusammenkommen, die die Gegnerschaft gegen das Militär und das Militaristisch eint. Viele kennen sich von früheren Aktion etwa gegen die Castor-Transporte. So eine Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Spektren der Bewegung und Aktionskulturen bringt auch Konflikte mit sich, sei es um Fragen, wie mit der Presse umgegangen wird. Aber dann wird miteinander geredet, Kompromisse und Konsens gefunden, bei dem die unterschiedlichen Aktionskulturen ihren Platz und Ausdruck finden können ohne die Gemeinsamschaft des WSH-Camps zu gefährden. Das Essen der Volx-Küche ist übrigens oberlecker.

Aber zurück zur Aktionsvorbereitung: Gestern Abend bildeten sich erste Bezugsgruppen, die heute morgen praktische Aktionsvorbereitung, z.B. das berühmte „Durchfließen von Polizeiketten” trainieren.