Pressemitteilung: Gewaltfreie Platzbesetzung von der Polizei geräumt

Sechs Stunden hielten etwa 50 AktionsteilnehmerInnen von 16 bis 65 Jahren einen Platz in der Nähe einer militärische Sendestation im südlichen Teil des Truppenübungsplatzes Altmark besetzt. Oberst Gunter Schneider, Leiter des Gefechtsübungszentrums, ließ sich nicht nehmen, sich selber ein Bild von der friedlichen Aktion zu machen, die über viele Stunden nur von einigen Feldjägern beäugt wurde. Jan Stehn las aus dem Kriegstagebuch seines Opas Hugo Stehn vor, der vor hundert Jahren im August im deutschen Heer nach Belgien und Frankreich einmarschiert war – ein Dokument, das in erschreckenden Kriegsszenen die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges zeigt.

Um 17.15 Uhr rückte die Bereitschaftspolizei an und forderte die Räumung der Gewaltfreien Aktion. Um 17:30 Uhr begann die Räumung der etwa 30 AktivistInnen, die sich ruhig auf den Boden niedergelassen hatten. Andere hatten vorher den Platz verlassen, um einer Personalfeststellung zu entgehen. Die PolizistInnen trugen die Pazifisten und Antimilitaristen zu ihren Fahrzeugen. Die Festgenommen erhielten einen sechstägigen Platzverweis, der sich auf ein Umfeld des Truppenübungsplatzes von zum Teil sieben Kilometer erstreckt. Über eine Stunde zog sich die Räumung hin. Drei Personen wurden zur Personalienfeststellungvon der Polizei nach Magdeburg gefahren.
„An der direkten Reaktion von Seiten der Bundwehr zeigt sich, wie zugespitzt der Konflikt um das Kriegstraining auf dem Gefechtsübungszentrum inzwischen ist“, meint Berthold Keunecke, Pfarrer aus Herford, und ergänzt: „Die Polizei ist bei der Räumung des Geländes aber respektvoll mit uns umgegangen.“

Katja Tempel resumiert für die Gewaltfreie Aktionsgruppe GÜZ abschaffen: “Dies war eine gelunger Auftakt zu unserer mehrtägigen Besetzung. Wir haben gezeigt, dass wir die Grenzen des Truppenübungsplatzes nicht achten und unsere Forderung nach Schließung des Platzes direkt vor Ort zum Ausdruck bringen können.”

Aktuelle Pressefotos können hier heruntergeladen werden.

Jan Stehn – Pressesprecher der Gewaltfreie Aktion GÜZ abschaffen
0151-20 61 57 45 auf dem Platz, falls Funkloch: 0160-6637306
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